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Mahô shôjo Madoka magika
Story

Als die junge Schülerin Madoka nach einem seltsamen Traum am nächsten Morgen in der Schule plötzlich feststellen muss das das Mädchen aus eben diesem Traum plötzlich als neue Mitschülerin in ihre Klasse kommt ist sie zurecht ziemlich erschrocken.
Die neue namens Homura verliert auch keine Zeit und packt sich Madoka schnellst möglich um mit ihr allein zu sein und sie eindringlich für einem seltsamen kleinen Wesen zu warnen und vor allem davor mit diesem einen Pakt einzugehen.

Was genau sie damit meint wird Madoka und ihrer Freundin Sayaka kurze Zeit später klar, als sie eben jenes niedliche Wesen, das sich als Kyubei vorstellt, vor Homura retten, die es jagt und töten will. Dabei geraten die drei in eine Art Parallelwelt aus der sie von Mami, ebenfalls Schülerin an ihrer Schule, gerettet werden.
Von ihr erfahren sie von den sogenannten Hexen, die in abgeschlossenen magischen Barrieren leben und den Menschen in ihrer Umgebung Schaden zufügen und von den Magical Girls, jungen Mädchen die von Kyubei mit Zauberkräften ausgestattet wurden um die Hexen und deren Diener zu jagen und zu zerstören.
Kyubei bietet auch Madoka und Sayaka an einen Pakt mit ihm einzugehen und zum Magical Girl zu werden. Im Gegenzug für die gefährliche Jagd würde er ihnen dafür einen Wunsch erfüllen, doch die beiden Zögern und beschließen schließlich lieber erst einmal Mami auf ein paar ihrer Streifzüge zu begleiten um besser zu verstehen was es eigentlich genau bedeutet ein Magic Girl zu sein.
Unterdessen bekräftig Homura ihre Warnungen darüber das Madoka unter keinen Umständen einen Pakt mit Kyubei eingehen sollte und schon bald zeigt sich auch warum.

Meinung

Lang, lang ist es her dass die Link ersten Magical Girls sich aufmachten mit Verwandlungen und Zauberkräften die Menschheit vor allerlei bösen Bedrohungen zu retten.
War das Genre zwischenzeitlich schon so gut wie tot, so waren es Anfang der 90er Jahre die Abenteuer einer gewissen Sailor Moon und ihrer Freunde die für eine furiose Wiederbelebung und einen regelrechten Magical Girl Boom sorgten, der mit Beginn des neuen Jahrtausends auch schon wieder zu verblassen begann.

Und nun kam also "Mahou Shoujo Madoka Magica", fast schon eine Art Requiem auf ein Genre das sonst vor allem durch seine heiteren Freundschaften, großen Liebesgeschichten und erotischen Verwandlungen geprägt wurde.
Nicht das es all das in Madoka Magica nicht auch gebe. Auch hier wird von Liebe und Freundschaft erzählt und auch hier gibt es nackte Mädchensilhouetten, aber heiter und leicht ist nichts von alle dem.
Diese Magical Girls sind tragische Kriegerinnen, verführt von einem gefühllosen niedlichen Kuscheltierchen, das ihnen Wunscherfüllung verspricht und am Ende nur Leid, Pein und Seelenqual liefert.
Nicht umsonst werden die Parallelen zur großen deutschen Goethe-Dichtung "Faust" gezogen, die die Serie auch ganz gezielt sucht. Wie dereinst im harmlos erscheinenden Pudel so steckt hier im süßen Maskottchen des Bösen Kern, der es darauf abgesehen hat zum Eingehen des verhängnisvollen Paktes zu verführen. Dabei sollen nicht nur die Mädels, sondern auch der Zuschauer getäuscht werden, denn mit seinem auf niedlich getrimmten Vorspann liefert die Serie uns fast schon eine Parodie des typischen Magical Girl Klischees und auch in den ersten Episoden scheint noch nichts auf die düsteren Hintergründe der Serie hinzudeuten.
Erst nach und nach wird man mit immer mehr Schattenseiten des Magical Girl Daseins konfrontiert. Wo es bei anderen Serien nur kurze Rückschläge in den Kämpfen gibt, da lauert plötzlich nichts Geringeres als der Tod. Wo anderswo am Ende Freundschaft und Liebe alles böse überwinden, da sind hier Leid und Qual unausweichlich.
So dreht sich unaufhaltsam eine Abwärtsspirale, die die Mädels weiter und weiter in die Tiefe zieht, während wir zum Zuschauen verdammt sind (na ja, man könnte ja auch abschalten...).
Und wenn man denkt nun hätte man all die Abgründe des Kampfes gegen die Hexen ergründet, dann legt die Serie erst richtig los und enttarnt Stück für Stück die perfiden Hintergründe des kleinen, ausdruckslosen Fellbündels Kyubei. Dieser kleine, elende Mistkerl!

Ach, es ist schwer wirklich etwas Näheres zur Geschichte von "Mahou Shoujo Madoka Magica" zu sagen ohne zu viel zu spoilern. Eigentlich hab ich schon viel zu viel gesagt, die Serie entfaltet ihre größte Wirkung wirklich dann wenn man sie völlig ahnungslos ansieht.
Trotzdem will ich auch noch ein paar weitere Punkte ansprechen/verraten.
Wie bereits gesagt entwickelt sich die Geschichte Stück für Stück in immer dunklere Abgründe, bis sie schließlich im großen Finale gipfelt in dem fast schon unerträglicher Weise viel zu viel wieder gut wird. Wirklich, bei dem Storyverlauf hatte ich mich wirklich schon auf ein richtig fieses Ende gefreut und ich bin mir auch sicher dass die Serie damit besser gefahren wäre wenn sie ihr düsteres Thema konsequent durchgezogen hätte ohne jeden Hoffnungsschimmer.
Nun, man hat sich anders entschieden und stattdessen darauf gesetzt dass sich ein Mensch zum Wohle aller opfern kann um damit eine, zumindest in Teilen, bessere Welt zu schaffen. Ein versöhnliches Ende also, das vielen sicher auch gefallen wird.

Außerdem noch ein Wort zu den Goethe-Parallelen, sie sind unbestreitbar dar, aber man sollte sie trotzdem nicht überbewerten. "Mahou Shoujo Madoka Magica" ist ganz sicher keine moderne Faust-Version.
Sicher ist das ganze Story-Grundgerüst um den Pakt mit dem höheren Wesen, der einem ermöglicht Dinge zu erreichen die man sonst nie geschafft hätte, dafür aber einen furchtbaren Preis verlangt, so das es sich am Ende nicht lohnt, fast gleich. Die Motivationen der einzelnen Figuren, sowohl der verschiedenen Magical Girls, als auch die von Kyubei sind andere als die von Faust und Mephistopheles. Wo Faust an einer allgemeinen Verzweiflung seiner menschlichen Beschränktheit verzweifelt sind es hier doch eher direkte Probleme (im Zusammenhang mit dem Wunsch) die die Mädchen dazu bringen einen Pakt einzugehen.

So, abschließend noch etwas zur allgemeinen Präsentation der Geschichte.
Ganz generell sind Zeichnungen und Animationen durchweg auf einem guten Serienniveau und profitieren sichtlich vom modernen CGI Einsatz. Dazu kommt eine, in den magischen Elementen, sehr künstlerische Gestaltung, für die extra Künstler angeheuert wurden und die sich auch ihre Inspirationen in bekannten Kunstwerken sucht.
So leben die Hexen in ihren surrealen Alptraumwelten für die verschiedene Stilelemente verwendet werden wie z. B. verfremdete Fotos oder Kohlezeichnungen. Außerdem bedient man sich eines eigenwilligen Einsatzes von Licht und Schatten, oft in recht hartem Kontrast. (zu vergleichen mit Link Bakemonogatari vom selben Produktionsteam)

Bleibt mir abschließend nur noch zu sagen das "Mahou Shoujo Madoka Magica" mal wieder eine wirklich interessante Serie ist, mit einem innovativem Konzept und ungewöhnlicher Gestaltung.
Zu Recht einer der Abräumer bei den diversen japanischen Preisverleihungen des letzten Jahres (2011).

Screenshots

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 Info
Originaltitel: Mahô shôjo Madoka magika
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:12
Jahr:2011
Regie:Akiyuki Shinbô, Yukihiro Miyamoto
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 11508
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-1018.htm