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Chuunibyou demo Koi ga Shitai!
Story

Oh peinliche Jugendsünden... wir kennen sie wohl alle.
Auch Togashi Yuuta ght es da nicht anders, hat er seine gesamte Mittelschulzeit doch als fiktionaler Magie-Krieger „Dark Flame Master“ in seiner eigenen kleinen Fantasiewelt verbracht, was ihn in der echten zum Sonderling und Einzelgänger abstempelte.

Doch jetzt soll alles anders werden.
Im festen Willen sein altes Ich über Bord zu werfen ist Yuuta nicht nur dabei sich von sämtlichen Devotionalien seiner magischen Vergangenheit zu trennen, sondern hat sich auch in eine extra weit entfernte Oberschule eingeschrieben, wo ihn hoffentlich garantiert niemand kennt und er noch einmal von vorn starten kann, als ganz normaler Schüler.

Doch da hat er die Rechnung ohne Rikka gemacht.
Die wohnt nicht nur direkt über ihm und seilt sich eines Abends auf der Flucht vor ihrer großen Schwester direkt auf seinen Balkon ab, sondern sie kennt auch das Geheimnis rund um Yuutas exzentrische Vergangenheit und fühlt sich als Magierkollegin und Besitzerin eines verfluchten Auges dazu berufen den „Dark Flame Master“ wieder auf den rechten Weg zurückzuführen.
Da sie obendrein auch noch auf derselben Schule und in derselben Klasse wie Yuuta ist, stellt sie für dessen Pläne eines normalen Schülerlebens natürlich eine immense Gefahr dar und während Yuuta sich sichtlich bemüht nichts von seiner alten Vergangenheit wieder hoch kommen zu lassen findet er sich trotz allem bald mit Rikka und einigen anderen, nicht gerade normalen Mitschülerinnen, im „Club der Gesellschaft für fernöstliche Magie und Schläfchen machen“ wieder.

Während Yuuta also seinen Traum vom normalen Schülerleben langsam schwinden sieht stellt sich die Frage was denn nun eigentlich überhaupt ein „normales Schülerleben“ ausmacht und schon bald entdeckt er auch das hinter Rikkas weltfremdem Benehmen mehr steckt als einfach nur Begeisterung für Fantasy-Geschichten.

Meinung

„Chuunibyou demo Koi ga Shitai!”, übersetzt so viel wie “Auch Chuunibyous wollen Liebe erfahren“, ist auf den ersten Blick eine dieser typischen Moe-Serien die den Anime-Markt in den letzten Jahren fest in ihrem Griff haben.
Der Begriff Chuunibyou bezeichnet dabei Jugendliche, meist um die 14-15 Jahre alt (achte Klasse), die sich in übertriebenem Maße für etwas Besonderes halten und sich mehr oder weniger stark in eine eigene Fantasiewelt zurückgezogen haben. Was verschiedenste Formen annehmen kann, oft wohl, wie auch in dieser Serie thematisiert, z. B. in Form von Anime-/Manga-/Game-Charakteren.
Ein recht psychologischer Ausgangspunkt also, der theoretisch Raum für tiefgreifende Analyse bietet und Stoff für eine äußerst interessante Serie abgeben würde.

Nun, soviel sei gleich vorweg gesagt, Chuunibyou versucht durchaus auch einen erklärenden Blick auf das namensgebende Phänomen zu werfen, aber umfangreiche Analysen hat sich der Serie eindeutig nicht auf die Fahnen geschrieben.
Stattdessen Experimente setzt man auf gewohnte Romantik-Comedy-Kost und das ist auch okay, denn man macht es gar nicht schlecht.
Zu Beginn steht dabei erst einmal die Komik im Mittelpunkt, die sich natürlich vor allem aus den Spannungen zwischen den Hauptcharakteren Yuuta und Rikka speist, aber auch aus den immer präsenten Fantasiewelten in die vor allem Rikka gerne abgleitet. So entstehen wirklich amüsante Szenen in denen zwischen der realen und Fantasiewelt hin und her geschnitten wird und in denen wir im einen Moment beobachten wie Rikka und ihre Schwester sich im Park, begleitet von dramatischen Effekten, mit absurd gigantischen Japano-RPG-Waffen bekämpfen und im nächsten Moment sehen wir die Realität und das wilde Rumgefuchtel mit einem Regenschirm gegen eine Soßenkelle.

In dieser ersten Phase werden dann auch nach und nach die Figuren der Serie und ihre Beziehungen zu einander eingeführt und der Grundstein für den folgenden Romantikpart gelegt, in dem sich das Verhältnis von Yuuta und Rikka mehr und mehr vertieft und wir etwas von Rikkas tragischer Vergangenheit erfahren, die die Gründe für ihr heutiges, seltsames Benehmen offenbart.
Hier wird es dann etwas ernster und gefühlvoller und besonders in Rikkas älterer Schwester tritt eine Figur mehr in den Vordergrund die das ganze Chuunibyou sehr kritisch sieht.
Damit die Serie aber nicht zu ernst wird wurden rechtzeitig noch zwei Nebenhandlungen etabliert, in denen es einmal um eine weitere, eventuelle Liebesgeschichte geht und in der anderen um die Hass-Liebe zwischen einer aktuellen und einer ehemaligen Magierin.

Bis hier hin funktioniert Chuunibyou als Serie auch wirklich sehr gut.
Die Charaktere sind durch die Bank sympathisch und die Story entwickelt sie moe-typisch schön gemächlich und dümpelt ohne allzu große Aufregung in seichten feel-good Gewässern.
Dazu die süßen Designs (wie man sie aus populären Vorgängern wie Link K-On oderLink Strike Witches kennt) und die sehr gute Optik mit Zeichnungen und Animationen die gehobenes TV-Niveau bieten - das alles macht Chuunibyou zu einem äußerst entspannten und unterhaltsamen Feierabend-Anime.
Doch dann kommt das etwas unausgegorene Finale.

So solide die Geschichte sich bis dahin entwickelt hat, so vorhersehbar war sie auch die ganze Zeit und so wenig überraschend ist es das zum Schluss noch mal ein besonders dramatischer Moment stattfinden muss, in dem das Liebespaar in spe vor eine harte Zerreisprobe gestellt wird.
Wie gesagt, das gewinnt sowieso keinen Preis für Originalität, ist hier aber leider auch noch ziemlich plump inszeniert.
Dabei meine ich nicht einmal dass die große Schwester plötzlich ein Auslandsstipendium bekommt und sich damit eine gewaltsame Änderung Bahn bricht - diese plötzliche Wendung wird zwar mit der guten alten Holzhammermethode einfach so aus dem Hut gezaubert, aber das ist für so eine Serie sogar okay und bietet immerhin den Aufhänger für die etwas ernsthaftere Beschäftigung mit dem Chuunibyo. Mir geht es eher darum das die weitere Entwicklung der Charaktere etwas unglaubwürdig verläuft.
Es ist schwer genauer darauf einzugehen ohne zu viel zu spoilern, also wer es absolut nicht wissen will sollte den nächsten Absatz lieber überspringen.

Das Rikka plötzlich in einer Hau-Ruck-Aktion ihr gesamtes Leben umstellt ist gerade noch nachvollziehbar, auch wenn sich die Geschichte hier um die entscheidenden Momente geschickt herumdrückt und einfach an der entscheidenden Stelle abbricht, um dann kurz vor zu springen und in einer kleinen Rückblende ganz lapidar zu erklären das sich halt alles so zu dem Stand entwickelt hat wie er jetzt ist. So schnell und einfach kann man es natürlich machen wenn einem keine halbwegs sinnvolle Überleitung von Zustand A zu Zustand B einfallen will.
Leider geht es im weiteren Finale auch immer wieder mit ähnlichen Tricks weiter.
Da wurden Pläne geschmiedet von denen man bisher nichts gehört hat, ein vor zwei Jahren vom Empfänger an sein zukünftiges Ich geschriebener Brief taucht plötzlich auf, der die Figur im entscheidenden Moment wieder auf die richtige Spur rückt und nicht zuletzt wird enthüllt das sich die Hauptfiguren sowieso schon seit Jahren kennen und alles noch ganz anders zusammenhängt, was dann endgültig zum großen, und wieder sehr schönen, Happy End führt.
Ein bunter Strauß voll erzählerischer Taschenspielertricks also die zeigen wie planlos die Schreiberlinge in dem Moment eigentlich waren.

Aber sei es drum, das Ende ist also nicht gerade ein Meisterwerk, das tut der Serie als Ganzes aber keinen allzu großen Abbruch.
Auch mit etwas verhunztem Finish ist „Chuunibyou demo Koi ga Shitai!” eine schöne kleine und lustige Romantik-Serie, die vor allem mit ihren sympathischen Figuren und ihrem interessantem Thema punkten kann, denn in diesem Außenseitertum können sich doch die meisten von uns (Animefans) irgendwie auch selbst wiedererkennen.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Chûnibyô demo koi ga shitai!
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:12
Jahr:2012
Regie:Tatsuya Ishihara
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4962
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-1047.htm