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Three... Extremes
Story

Dumplings

Mrs. Lee war einst eine schöne junge Schauspielerin, doch mit den Jahren schlug auch bei ihr das Alter zu und heut kämpft sie sichtlich damit ihre jugendliche Schönheit zu erhalten. Ein nicht geringer Antrieb dazu ist auch ihr Mann, der die Finger einfach nicht von den jungen Frauen lassen kann. Die vermeintliche Rettung erscheint Mrs. Lee in Gestalt der schönen Mei und ihren besonderen Teigtaschen. Sie sind die teuersten in ganz Hongkong, aber sie sollen jedem seine Jugend zurückbringen. Um dies zu bewerkstelligen benutzt Mei eine ganz besondere Zutat, die sie eigens von einer befreundeten Schwester aus einer Klinik holt.
Allerdings geht das ganze Mrs. Lee noch etwas zu langsam. Um das ganze zu beschleunigen muss die spezielle Zutat aber länger gereift sein und so etwas findet man schwer.
Doch wie der Zufall so will kommt just in diesen Tagen eine verzweifelte Mutter mit ihrer Tochter zu Mei. Diese wurde von ihrem Vater missbraucht und ist inzwischen schon im 5ten Monat. Genau das was Mrs. Lee braucht.
Doch mit der Jugend stellen sich auch Nebenwirkungen bei ihr ein und das auch das junge Mädchen übersteht den Eingriff nicht schadlos und verstirbt kurze Zeit später.

Cut

Der erfolgreiche Regisseur Ryu dreht gerade seinen neusten Horrorfilm, für den er sein eigenes Wohnzimmer als Kulisse hat nachbauen lassen. Als er am Abend müde von der Arbeit nach Hause zurückkehrt wird er von einem Mann überwältigt. Als er wieder zu sich kommt findet er sich in der Kulisse seines Films wieder. Er ist mit einem Gummiseil an eine Wand gebunden und seine Frau mit Drahtseilen und Leim am Konzertflügel fixiert. Arrangiert wurde das alles von einem Statisten aus Ryus Filmen, der es nicht ertragen kann, dass Ryu so ein netter Mensch ist. Seiner Meinung nach muss jeder der viel Geld und Erfolg hat ein schlechter Mensch sein und alle guten Menschen sind Versager, so wie er. Das Ryu diesem Weltbild widerspricht kann er nicht hinnehmen.
So stellt er ihn vor eine grausame Entscheidung. Entweder Ryu erwürgt ein kleines Mädchen, das am Sofa festgebunden ist, oder er hackt Ryus Frau alle fünf Minuten einen Finger ab.

Box

Die 25jährie Kyoko ist Schriftstellerin und wird jede Nacht von dem selben Alptraum geplagt, in dem sie ein Mann in einen Plastiksack und eine Kiste steckt und sie irgendwo begräbt.
Der Hintergrund dieses Traumes scheint in ihrer Kindheit zu liegen, als sie als 10jährige gemeinsam mit ihrer Schwester Shoko in einem Zirkus auftrat.
Oder ist diese Vergangenheit am Ende auch nur ein Traum?
Hatte sie überhaupt jemals eine Schwester?

Meinung

"Three... Extremes", das sind drei schockierende Filme, von drei Regisseuren aus drei verschiedenen Ländern. Fruit Chan (Hongkong), Takashi Miike (Japan) und Park Chan-wook (Südkorea), ein jeder steuerte eine Geschichte bei.

Den Anfang macht Fruit Chan, mit der Kurzfassung seiner Jugendwahn-Satire Link "Dumplings". Die fällt im Gegensatz zur Langfassung eigentlich nur im Ende anders aus. Ansonsten hat man sich darauf beschränkt Szenen kürzer abzuhandeln. So wird weniger auf die Charaktere eingegangen und besonders der Ehemann bleibt im Vergleich zur Langfassung relativ unbeleuchtet. Das wirkt natürlich negativ auf die Darstellung der Motivation der einzelnen Charaktere aus und nimmt dem ganzen Film etwas von seiner Wirkung. Auch die Hintergründe um die Teigtaschen werden nicht so genau erklärt und die besondere Zutat bleibt auch etwas länger im unklaren. Hier konfrontiert einen die Langfassung schon weitaus früher mit dem grausamen Geheimnis, während die Kurzfassung den Zuschauer noch etwas im Trüben lässt. Leider fehlen auch einige Spannungsmoment, bzw. wurden stark verkürzt. Als Mei mit z.b. mit ihrem Essgeschirr kontrolliert wird, ist das ganze hier mit der Fahrt durch den Röntgenapparat getan, während sie in der Langfassung das Essgeschirr auch noch vorm Zöllner öffnen muss, was die Spannung dieser Szene natürlich deutlich erhöht.
Eine weitere Lücke tut sich auch bei dem schwangeren Mädchen auf. Da hier der ganze Dialog zwischen Mei und der Mutter des Mädchens fehlt, erfahren wie leider nur später, fast schon beiläufig, was es mit ihrem Kind auf sich hat.
Auch was die Schockszenen angeht ist die Fassung zurückhaltender. Teils weil direkt auf das zeigen ekliger Details verzichtet wird, teils weil wir am Anfang noch nicht so sicher sind was es nun genau mit den Teigtaschen auf sich hat.
Das Ende ist dann, wie schon gesagt, komplett anders. Ob besser oder schlechter will ich mich nicht festlegen, sie sind beide gut gelungen.
Was die Optik angeht, gibt's natürlich keine Abstriche. Christopher Doyles schöne Bilder kommen auch in der Kurzfassung gut rüber und wissen zu gefallen. Zwar fehlen ein paar tolle Szenen der Langfassung, dafür gibs aber beim veränderten Ende noch ein paar schöne Szenen zu sehen, die man dafür in der Langfassung nicht hat.
Im großen und ganzen bevorzuge ich aber die Langfassung, da die Geschichte doch etwas besser rüberkommt und auch der kritische Aspekt des Films besser vermittelt wird.
Dennoch ist auch die Kurzfassung recht sehenswert.

Als nächstes kommt "Cut" vom Koreaner Park Chan-wook.
Wie in den meisten seiner Filme, so setzt dieser auch hier auf Verwirrung und eine spannende, nicht zu durchschauende Plotkonstruktion, die im Verlauf der Geschichte mit immer neuen überraschenden Enthüllungen aufwartet. Ob diese real sind oder nicht ist aber auch immer wieder fraglich. Man kann sich bei nichts wirklich sicher sein, lügt die betreffende Person oder nicht?
Die Geschichte ist aber mal wieder äußerst fies, nicht nur von der an Ryu gestellten Aufgabe, sonder vor allem auch vom Benehmen des Täters und dessen zynischen Kommentaren. In gewisser Weise erinnert mich das ganze auch etwas an "Funny Games", wenn der Täter immer wieder das Geschehen wie einen Film bewertet und Ryu z.b. zurecht weist, weil er seiner Meinungen nach viel zu früh mit dem Betteln anfängt. Er solle doch warten bis sich die "Geschichte" etwas entwickelt hat.
Wer bei all dem allerdings auf eine erlösende Auflösung am Schluss wartet, der wird herbe enttäuscht, denn zum Ende bricht der Film völlig mit der Realität und statt einer logischen Erklärungen gibt es ein surreales Finale das einen Baff und fragend zurücklässt. Das dürfet bei den Zuschauern auf einiges an Kritik und Ablehnung stoßen, gefällt mir aber eigentlich ganz gut. Auch wenn ich gar nicht erst anfangen will da jetzt in wilde Spekulationen abzugleiten, welche Bedeutung das ganze haben soll. Eine Parodie einer Parodie auf Horrorthriller oder whatever. Da erfreu ich mich lieber am voran gegangenen Psychoduell zwischen Regisseur und Statist, bei dem sich auch dem Zuschauer so manche Dialoge und die dahinter versteckten Absichten erst mit der Zeit erschließen.
Optisch ist der Film eh mal wieder Spitzenarbeit. Allein die Location dieses "Wohnzimmers" mit seiner Gestaltung ist schon toll und die "Klavierkonstruktion" ein echter Hingucker. Aber auch ansonsten wird einiges geboten. Ob nun tolle Perspektiven und Kameraführungen (wenn Ryu innerlich völlig zerrissen beginnt das Kind zu würgen / die Fahrt von der Szene selber bis zum Kontrollmonitor des Regisseurs durchs Studio gleich zu Beginn) oder skurrile Effekte wie die winkenden Pappfiguren. Es gibt viel zu sehen in diesem Kurzfilm.

Das gibt es auch im letzten, dem japanischen, Beitrag von Takashi Miike, namens "Box".
Dieser beschreitet wie auch bereits "Cut" eher surreale Pfade und ist der am wenigsten zugängliche von den dreien. Scheint es zu Beginn noch auf eine recht klassische Horrorgeschichte a la "Geist einer Toten kommt um sich zu rächen" hinauszulaufen, so verliert sich das schon bald im verschmelzen zwischen Traum und Realität und es scheint als bekämen wir vielmehr einen Einblick in Kyokos zerrüttete Seele. Der Grund für ihre verstörenden Fantasien wird uns dann in einem finalen Twist offenbart und liegt doch weit dem was der Zuschauer sich bis dahin vorgestellt hat. Wirklich eine rationale Erklärung für die Geschichte suchen zu wollen ist aber wohl vergebene Liebesmüh. Selbst das Ende lässt einige Fragen offen und könnte ebenso unwirklich sein wie die Träume zuvor. Es gibt sogar ein paar Anhaltspunkte, die stark dafür sprechen das es so ist.
Nichts desto Trotz ist die Geschichte, trotzt ihrer recht langsamen Inszenierung, recht spannend und dank der kurzen Laufzeit bilden sich auch keine störenden Längen.
Optisch ist das ganze auch wieder sehr ansprechend. Ob nun die eher tristen Bilder aus Kyokos untapezierter und spartanisch eingerichteter Wohnung, die mystischen, in Rot getauchten, Bilder der Zirkusvorstellung mit dem seltsam geschminkten Mann, dem ebensolchen Hintergrundbild und der Tanzvorführung, mit ihren Verrenkungsfiguren, oder der winterlichen Straße. Der Film hat eine wirklich schöne beklemmende mystische Athmosphäre.

Die Frage welches nun aber die beste und welches die schlechteste Episode des Films ist, ist zumindest im Bezug auf letzteres leicht zu beantworten. "Dumplings" präsentiert sich im direkten Vergleich doch eindeutig als schwächster Beitrag. Alleinstehend, in seiner Langfassung ist er wirklich besser aufgehoben und kann sich da auch viel besser entfalten. "Cut" und "Box" hingegen liefern sich da schon einen härteren Kampf, wobei ich Park Chan-wook dann doch vorziehe. Sein Spiel mit der Realität des Films ist doch noch etwas besser als Miikes düsterer Horror und auch optisch hat "Cut" die Nase für mich leicht vorne.
Sehenswert sind aber trotzdem alle drei Beiträge und es bleibt zu hoffen das nach "Three... Nightmares", "Three... Extrems" nicht der letzte Teil gewesen ist.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Three... Extremes
Land:Hongkong, Japan, Südkorea
Jahr:2004
Regie:Fruit Chan, Takashi Miike, Park Chan-wook
Medium:DVD (e-m-s)
Lauflänge:ca. 121 Minuten
Freigabe:FSK Keine Jugendfreigabe
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
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