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Hanzo the Razor - The Sword of Justice
Story

Itami Hanzo ist nur ein kleiner Gendarm der für verdeckte Ermittlungen eingesetzt wird. Dennoch ist sein Name im ganzen Bezirk bekannt, denn er ist unbeugsam und knallhart, nicht nur gegenüber Verbrechern, sondern auch gegenüber der Obrigkeit. So weigert er sich seit 4 Jahren den Bluteid auf sein Amt zu leisten und besonders mit seinem Vorgesetzten Onishi hat er sich ständig in der Wolle.
Hanzo wäre deshalb auch nichts lieber als Onishi endlich mal so richtig dranzukriegen und irgendetwas gegen ihn in der Hand zu haben. Eben diese Chance eröffnet sich ihm, als er über Umwege auf Onishis heimliche Geliebte Omino trifft. Die hat nämlich nicht nur etwas mit Onishi, sondern auch mit dem berühmten Mörder Harada "Totenfluss" Kanbei, der eigentlich auf einer abgelegenen Insel in Verbannung sein sollte.
Wie sich herausstellt steckt hinter dieser Geschichte eine Verschwörung die bis hoch in den Palast reicht und Hanzo wäre nicht "Hanzo the Razor" wenn er nicht alles daran setzten würde dieses Komplott mit allen Mitteln zu Fall zu bringen.

Meinung

"Hanzo the Razor" entstand in einer Zeit, als das japanische Kino gerade vom (S)Exploitation Genre dominiert wurde. Im Kampf gegen das immer populärer werdenden Medium TV versuchten Filmemacher wie Norifumi Suzuki mit harten und zum Teil ziemlich bizarren Filmen neue Reize zu schaffen und die Filmlandschaft zu verändern. Auch der Regisseur von Hanzo, Kenji Misumi, war bereits bekannt für nicht unbedingt zurückhaltende Art, die er vorher bereits in div. Zatoichi Filmen und dem Link ersten Teil der Okami Reihe (1972 - auch bekannt als "Lone Wolf an Cub") unter Beweis stellen konnte. Hier treffen wir dann auch gleich auf mehr Verknüpfung zwischen den Filmen. So stammen sowohl Hanzo als auch Link Okami aus der Feder des berühmten Manga Autoren Kazuo Koike, der ebenfalls die gleichnamige Link Mangavorlage zum 1973er Film Link "Lady Snowblood" lieferte. Zudem wurde Itto Ogami in allen 6 Okami Filmen von Tomisaburo Wakayama gespielt, dem Bruder von Shintarô Katsu, der den Itami Hanzo spielt.
Schon eine bemerkenswerte Verknüpfung wie ich finde.
Ach ja, Kazuo Koike schrieb im Übrigen auch gleich noch selbst das Drehbuch zu Hanzo.
So lassen sich zwischen den Okami, Snowblood und Hanzo Filmen, trotz einiger Änderungen am Hauptcharakter bei letzterem, auch leicht deutliche Parallelen erkennen. Die auffälligste dabei ist sicherlich Koikes Grundthema vom einzelnen Wolf, der nur sich, nur sich selbst und seiner Ehre verpflichtet, gegen alles und jeden stellt und sich dabei nicht scheut sich auch mit den mächtigsten und stärksten Gegnern anzulegen. Ob nun Itto Ogami, Yuki oder Itami Hanzo, sie alle tragen diesen Grundansatz in ihrem Charakter.
Ein weiteres klares Merkmal bei Koike sind seine ästhetischen Kämpfe, in denen sich die Hauptfigur entweder gegen viele oder gegen einen besonders starken Gegner behaupten muss und bei der sie nicht selten auf sehr ungewöhnliche Mittel zurückgreift, durch sie am Ende gewinnt, die aber auch oft unmoralisch erscheinen. Bei Hanzo ist dies sogar besonders ausgeprägt, denn dem knallharten Ermittler sind scheinbar so ziemlich alle Mittel recht um zu bekommen was er will. Ob er selber dabei die Grenzen der Gesetze überschreitet ist ihm oftmals herzlich egal. Genau in diesem Punkt liegt auch der Ansatz in dem der Film es nun versucht den Bogen zwischen Koikes Mangas und dem gewünschten Sexploitationeffekt zu schlagen. Allerdings geht man hier weniger den Weg über blutige Kämpfe, wie bei Okami, sondern setzt mehr auf den Sex. Generell sind die Kämpfe in diesem Film erstens selten und zweitens auch nicht besonders gut. Es scheint mir auch ein bisschen so als hätte Shintarô Katsu nicht so das Talent zum coolen Swordsplay, wie es sein Bruder in Okami vormacht. Zu rasch wird geschnitten und zu ungelenk sehen die Bewegungen dennoch aus, als das die Ästhetik eines Itto Ogami erreicht werden könnte.
Stattdessen trainiert Hanzo seinen Körper mit verschiedensten Foltermethoden und gönnt seinem besten Teil nach dem Baden eine ausgiebige kalte Dusche, gefolgt vom ausgedehnten Bearbeiten mit einem Klopfholz und anschließender Reissackpenetration. Ein Training das für Hanzos mächtigen Prügel auch bitter nötig ist, ist dieser doch sein Haupt-Folter-Werkzeug. Wobei, was heißt Folter? Am Ende ist noch jeder der rangenommenen Damen überglücklich und gibt unter lustvollem Stöhnen sämtliche geheimen Informationen preis. So sind sie halt die Weiber.
Allerdings werden derartige Vorkommnisse dann auch in einer so haarsträubenden Art und Weise visualisiert, dass man nicht recht weiß ob man nun lachen oder weinen soll, ob soviel abgefahrener Blödheit. Der absolute Höhepunkt ist dabei sicherlich eine gewagte Bildkomposition, bei der Hanzo, sein Opfer und das innere deren Vagina aus Sicht das zustoßenden Penis gekonnt zusammenmontiert und mit fast schon parodistischer Love-Story-Soft-Porn-Musik unterlegt wurden.
Frauenverachtender Skandal oder trashiger Blödelspaß? - Entscheidet selbst.
Allerdings hat Hanzo durchaus auch seine besseren Momente.
Die Geschichte ist zwar nicht sehr ausgefallen, aber ganz passend zusammengestellt, was sicherlich Koikes Vorlage zu verdanken ist. Und auch einige sehr interessante Szenen gibt es. Vor allem Hanzos symbolisch dargestellter Run durch die Stadt, bei dem er einfach vor einem überdimensionierten Stadtplan läuft. Oder auch das heroische Ende mit seinem tollen Lied und Hanzos hochgerüstetes Bad, das James Bond alle Ehre machen würde.

Nein, Hanzo ist sicherlich nicht die beste Adaption eines Koike Mangas und ich kann mir ehrlich auch nicht vorstellen, dass der Meister so glücklich damit gewesen ist. Irgendwie steht die doch schon recht billige Sexhascherei-Atmosphäre der seiner Mangas sehr entgegen.
Seinen Spaß kann man aber dennoch mit Hanzo haben, sowohl was unfreiwillig komische, als auch gelungene Momente angeht. Allerdings muss man sich dazu schon über Dinge wie eine Netz-Dreh-Folter (die sehr an eine ähnliche Szene aus Peter Fleischmanns Anti-Porno "Dorotheas Rache" erinnert) amüsieren können, as wohl kaum jedem liegen dürfte.
An seinen Erfolg Okami konnte Misumi mit diesem Film jedenfalls nicht anknüpfen, weder was den Film selber, noch was die Einspielergebnisse angeht. Dennoch kam er gut genug an um zwei Nachfolger spendiert zu bekommen, aus denen sich Misumi dann allerdings raus hielt. Vielleicht keine schlechte Entscheidung.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Goyôkiba
Land:Japan
Jahr:1972
Regie:Kenji Misumi
Medium:DVD (Rapid Eye Movies)
Lauflänge:ca. 90 Minuten
Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 7.jpg 7/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 6.jpg 6/10

Story:

 6.jpg 6/10

 Gesamt:

  6/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-563.htm