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Das Bildnis der Petit Cossette
Story

Der junge Eiri arbeitet neben seinem Studium in einem Antiquitätenladen. Als er dort eines Tages ein besonders schönes Glas berührt, erscheint ihm auf einmal eine Vision eines hübschen blonden Mädchens, das ermordet wird.
Von diesem Moment an lässt ihn das gesehene nicht mehr los.

Als eine Freundin in einem Raum im Geschäft ein Portrait von eben jenem Mädchen findet, dass Eiri zuvor in seiner Vision gesehen hat, beginnen die Ereignisse in völlig aus der Realität zu reißen.

Das junge Mädchen heißt Cossette d’Auvergne und der Mann der sie ermordete ist der Maler Marcelo Orlando, ihr Verlobter.

Nun sinnt Cossettes Geist nach Rache, ihre Seele wird gefangen gehalten von dem Schrecklichen das sie erlebte und in Eiri erkennt sie die wiedergeborene Seele Marcelos. So hat sie Eiri, der sich sofort in sie verliebt hat, dazu gebracht einen Blutpakt mit ihr zu besiegeln, dass er sein Leben opfert um ihrer Seele endlich die Freiheit zu verschaffen.

Doch langsam beginnen die Menschen in Eiris Umfeld zu merken das etwas mit ihm nicht stimmt und wollen ihm helfen, und auch Eiri will, trotz seiner Liebe zu Cossette, nicht einfach so sterben, für eine Tat die er nicht begangen hat. Und nicht zuletzt scheint sich auch Cossettes ihrer Sache blad nicht mehr so sicher zu sein.

Meinung

„Das Bildnis der Petit Cossette“ gehört sicherlich zu den erfolgreichsten Animes der letzten paar Jahre, was er nicht zu letzt seinem Gothic-Ambiente verdanken dürfte. Doch eine Reduzierung in der Art „Go-Lo-Anime“ oder dergleichen wird Cossette sicherlich nicht gerecht. Dazu ist der Fundus aus klassischen und modernen Werken, aus dem es sich bedient, dann doch zu groß.

Eines, das auch immer wieder genannt wird, lässt sich schon vom Namen herleiten, Das Bildnis des Dorian Gray. Mit ihm teilt es sich das Thema des Portraits und vor allem die darin auf immer versiegelte Schönheit, die nicht vergeht. In Oscar Wildes Roman bleibt Basil dabei nur übrig verzweifelt zuzusehen wie sein Idol Dorian unter dem Einfluss Lord Henrys sich mehr und mehr von der reinen Schönheit seines Portraits zu entfernen beginnt. Bei Cossette lässt es der Maler Marcelo gar nicht erst so weit kommen und tötet seine Geliebte und Muse lieber gleich, bevor etwas von ihrer unschuldigen Schönheit vergehen könnte.

Was daraus folgt ist Cossettes Fluch, den Regisseur Akiyuki Shinbo nun versucht in bizzaren Bildern auszudrücken. Dazu fährt er alles auf was es so an immer wieder gern genommener surrealistischer Symbolik (gibt’s so was eigentlich überhaupt?) greifbar ist (Augen, Vögel, Ketten, Uhren, etc.). Aber auch christliche Zeichen finden reichlich Verwendung und so sehen wir das Kreuz genauso wie den Kelch voll Blut.

Die Bilder die dabei erschaffen werden sind wahrlich visueller Bombast und Eye-Candy für jeden der es schräg mag. Die Visionen-Szenen sowieso und auch in der „normalen“ Welt wird verfremdet und verzerrt was das Zeug hält. Ungewöhnliche Perspektiven, verzerrte Bilder wie in Trickspiegeln, unnatürlich Licht und Schatten Effekte (erinnern mich sehr an Lain) oder freier Umgang mit den Räumen (Der s-Bahn Wagon in dem Eiri sitzt und der im Maßstab viel zu groß ist, damit Eiri darin schön verloren wirkt) sind an der Tagesordnung.
Um ein unsicheres Gefühl bei Zuseher noch zu verstärken wird oft auch bewusst Unschärfe eingesetzt, die Kamera verwackelt, das Bild künstlich veraltert oder grelle und unnatürliche Farben eingesetzt. Auch die zum Teil sehr schnellen Schnitte sorgen für Hektik und weitere unangenehme Atmosphäre.

In dieser Hinsicht gibt sich „Das Bildnis der Petit Cossette“ wirklich alle Mühe den Zuschauer zu verunsichern und somit eine Gruselstimmung zu erzeugen. Auch das wir recht unvorbereitet ins Geschehen geworfen werden und eine Vorstellung der Charaktere und die Auflösung der Hintergründe der Geschichte dann nur langsam und in kleinen Happen geschieht, trägt dazu natürlich seinen Teil bei.

Doch geht die Geschichte hinter all den opulenten Bildern doch etwas flöten. Besonders die Nebencharaktere bleiben ziemlich blass und nichts sagend und so verkommt auch der Rettungsversuch einer scheinbar übersinnlich begabten Bekannten Eiris ziemlich kühl daher und kann nicht wirklich Dramatik vermitteln. Auch die offensichtlich in ihn verliebte Mataki bleibt gefühlsmäßig flach und kann mich als Zuschauer nicht wirklich überzeugen. Und so ganz ohne emotionale Bindung verpufft auch ihr finaler Rettungsversuch ziemlich unspektakulär und wird von der alles dominierenden Beziehung zwischen Eiri und Cossette in ihrem Dornröschenschloss (eine der vielen weiteren Referenzen bei denen Cossette sich bedient) quasi überrollt.

So wird alles storymäßig auf diese beiden Personen fest gemacht, während das drum herum zu bloßer Staffage verkommt und auch die Geschichte der beiden nur die Bühne für die eigentlichen Hauptdarsteller bildet, die surrealistischen Alptraum-Bilder.

Das diese allerdings ziemlich perfekt (auch handwerklich) umgesetzt sind, daran kann und will ich auch nicht rütteln. Einzig das der Einsatz von CGI manchmal etwas zu sehr heraus sticht könnte man vielleicht anmerken, aber das ist Makulatur.

So ist „Das Bildnis der Petit Cossette“, neben der Go-Lo-Fangemeinde und den Lolitaanhängern (schon wieder ein Vorbild enttarnt), vor allem etwas für die Optik-Fetischisten, die hier reichlich Droge für ihre Sucht finden, und die es nicht stört das die, eh schon sehr offen (und damit natürlich interpretierbar) gehaltene, Geschichte eindeutig nur die zweite Geige spielt.
Für mich war Cossette jedenfalls ein durchaus unterhaltsamer Zeitvertreib, dem man sich auch gut mehrmals hingeben kann. Für mich klar eine Empfehlung, aber sicher eine streitbare.

Screenshots

Bild 1

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Bild 8

 Info
Originaltitel:Kozetto no shôzô
Lauflänge:ca. 38 Minuten pro Episode
Episoden:3
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Jahr:2004
Regie:Akiyuki Shinbo
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  7/10

Aufrufe: 7413
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-573.htm