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Byousoku 5 Centimeter
Story

In der Grundschule waren der Außenseiter Takaki und die Außenseiterin Akari beste Freunde. Von ihren Klassenkammeraden wurden sie dafür oft gehänselt, doch zusammen waren sie stark.
Als sie sich nach dem Ende der Grundschulzeit wegen eines Umzuges trennen mussten, blieb ihnen nur mehr das Briefe schreiben und gelegentliche Besuche, doch auch das soll nun vorbei sein, denn Takakis Eltern wollen mit ihm in eine weit entfernte Provinz ziehen.
Bevor es allerdings so weit ist entschließt er sich seine Freundin ein letztes Mal zu besuchen, doch ausgerechnet an diesem Tag fegt ein schwerer Schneesturm übers Land und droht diese letzte Chance der beiden zu zerstören.

Meinung

Der Untertitel von Makoto Shinkais (Voices of a Distant Star, The Place Promised in Our Early Days) neustem Film „Byousoku 5 Centimeter“ lautet „a chain of short stories about their distance”, eine Kette von Kurzgeschichten über die Entfernung zwischen ihnen.
Das fasst dann auch schon ziemlich treffend zusammen worum es in diesem 3geteilten Werk geht.
Eine Geschichte über zwei Menschen die scheinbar zusammengehören, aber nicht zusammen kommen. Eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art, ohne Happy End.
Dabei sieht anfangs noch alles so gut aus.
Nach ihrer unfreiwilligen Trennung stehen beide vor einer letzten Möglichkeit sich noch einmal zu sehen. Höhere Gewalt scheint es verhindern zu wollen, doch beide halten durch und treffen sich am Ende am bereits verlassenen Bahnhof. Tränen fließen und ein erster Kuss unterm Kirchbaum.
Doch am nächsten Morgen kann sich keiner überwinden die Gefühle der vergangenen Nacht wieder aufzunehmen. Ein schneller Abschied am Bahnhof und ein nicht überreichter Liebesbrief bleibt mit ihr zurück.
Später ist er schon umgezogen, weit weg in eine andere Präfektur.
Hier lebt er ein neues Leben, doch die Erinnerung an sie lässt ihn nicht los.
Er schreibt Nachrichten an sie, doch keine schickt er ab.
Dafür hat sich eine seiner Mitschülerinnen in ihn verliebt. Eine junge Surferin, sportlich, sexy und lieb. Doch auch sie kann ihm am Ende ihre Liebe nicht gestehen. Wie die andere damals den Liebesbrief, so behält auch sie ihr Geständnis für sich, als sie bemerkt das seine Wirkliche Sehnsucht nicht ihr gilt, sondern etwas anderem, weit entferntem.
Am Ende lebt er als Programmierer allein in der großen Stadt.
Die Anrufe und Mails der jungen Frau mit der er vor kurzem ausgegangen war ignoriert er.
Er kann sie nicht lieben, egal wie oft sie im schriebt.
Sein Herz ist hart geworden, so sagt er, während er immer noch nach der Einen sucht.
Eines Tages begegnet er auf einem Bahnübergang einer jungen Frau die ihm sofort bekannt vorkommt, doch gerade als er sich umdrehen will um sie noch einmal anzusehen, kommt der Zug. (und der Film schließt einen Kreis zu seiner ersten Szene)
So erfährt er nicht, dass es tatsächlich sie war. Das sie in derselben großen Stadt lebt wie er und gerade kurz vor ihrer Hochzeit steht.
Ihren alten Liebesbrief nimmt sie diese Tage noch einmal kurz zur Hand, als sie ihre alten Sachen durchstöbert, doch hat er wohl nur noch nostalgischen Wert für sie.

So geht das Leben seine Bahnen in „Byousoku 5 Centimeter“ und erzählt eine Geschichte von nicht erfüllter Liebe und verpassten Möglichkeiten.
Eine Geschichte die nicht unbedingt nicht gerade fröhlich stimmt, aber wie sie das Leben nun mal schreibt.
Und wie sie „Byousoku 5 Centimeter“ erzählt, dass ist fürwahr wirklich sehenswert.
Makoto Shinkai greift tief in die Trickkiste der Filmkunst und zieht daraus wunderschöne Bilder hervor, die er perfekt einzusetzen weiß.
Ein weggewehter Brief, ein leerer einsamer Zug, eine mächtiger alter Kirchbaum, eine Prinzessin auf den Wellen, eine große und eine kleine Milchtüte, eine Rakete die den Himmel teilt, eine flüchtige Begegnung an einem Bahnübergang oder ein verzweifelter Blick aufs Handy. Bilder die mehr sagen als viele Worte. Der Film spart wahrlich nicht mit symbolträchtigen Szenen, ist dabei aber trotzdem so herrlich unaufgeregt und unkitschig, dass man das ganze auch wirklich genießen kann.
Ausgekochtes Schmalz gibt’s keines, nur festlichen Braten.
Der dürfte sich allerdings für Freunde lauter Töne und schneller Schnitte als eher ungenießbar herausstellen. Einfache Unterhaltung kann „Byousoku 5 Centimeter“ nicht bieten.
Er bedient dafür mit einer recht deprimierenden aber feinfühligen Geschichte, die mitgefühlt und aufmerksam entdeckt werden will.

Ein Fest bietet der Film allerdings auch allen Genießern visuellen Bombasts.
Die Zeichnungen und Animationen sind nämlich durchgängig auf höchstem Niveau und geradezu atemberaubend detailliert und realistisch, so das man teilweise fast gewillt ist zu glauben man sähe Realaufnahmen. Die Figuren sind dabei natürlich im animetypischen Stil gehalten, aber die Hintergründe und vor allem die Technik sind wirklich sehr realistisch.
Besonders aufgefallen sind mir dabei Lichter. Sei es die kleinen Lämpchen im Zug oder die gelben Rundumleuchten auf den Autos. Aber auch Glas, Wasser, Spieglungen. Alles top.
Auffällig auch, wie gezielt und oft mit typisch filmischer Unschärfe gearbeitet wird (die ja bei Zeichentrick von Natur aus nicht auftritt), die den Realismuslook noch weiter verstärkt.

Ja, „Byousoku 5 Centimeter“ ist ein toller Film. Ich bin mal wieder einfach begeistert.
Wie gesagt, keine Action, nichts für den schnellen Kick. Für so manchen sicherlich langweilige Zeitverschwendung. Aber für mich ein tolles Filmerlebnis und deswegen von mir wärmstens empfohlen.

Screenshots

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 Info
Originaltitel: Byôsoku 5 senchimêtoru
Lauflänge:ca. 103 Minuten
Freigabe:unbekannt
Jahr:2007
Regie:Makoto Shinkai
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 10.jpg 10/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 7387
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-604.htm