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The Quiet Family
Story

Mit ihrem kleinen, abgelegenen Gasthof auf dem Land erfüllt sich die Familie Kang einen lang gehegten Traum.
Durch gute Kontakte zum hiesigen Bürgermeister hat Vater Kang erfahren, dass das Wandergebiet rund um die Berge bald durch eine neue Straße erschlossen werden soll und sieht sich und seinen Gasthof schon als beliebtes Ausflugsziel.
Doch es kommt alles anders als gedacht. Der Straßenbau lässt wegen finanziellen Engpässen auf sich warten und mit ihm die Besucher, was die Familie ebenfalls in Geldnöte bringt. Und als dann endlich einmal ein paar Besucher ihren Weg in den Gasthof finden, sind es ausgerechnet Selbstmörder.
Besorgt um den Ruf des eh schon eingeschlagenen Hauses beschließt Vater Kang die Vorfälle keinesfalls der Polizei zu melden, sondern die Leichen lieber auf eigene Faust im Wald zu beseitigen.
Doch das Problem mit den Toten will einfach kein ende nehmen und das plötzlich doch die Bauarbeiten für die Straße beginnen sollen (natürlich ausgerechnet durch das Waldstück in dem die Kangs bisher die Leichen vergraben haben) und obendrein auch noch der Bürgermeister im Gasthof der Familie seine verhasste Stiefschwester samt Vater aus dem Weg räumen will, verbessert die Lage auch nicht wirklich.

Meinung

Mit "The Quiet Family" gab Koreas Nachwuchsstar Kim Ji-woon (Three ... Nightmares, Link Tale of Two Sisters) anno 1998 seinen Einstand im Filmbusiness und landete prompt einen Kassenhit, was nicht zuletzt auch daran gelegen haben dürfte das das Genre Horror zu der Zeit gerade einen asiatischen Frühling erlebte.
Wobei, so wirklich horrormäßig kommt die Geschichte der entgleisenden Berghof-Familie eigentlich gar nicht rüber.
Klar, die Geschichte ist gespickt mit Leichen und Totschlag und das auf ziemlich makabre, schwarzhumorige Weise, aber viele typische asiatische Horrorelemente die zu dieser Zeit durch Filme wie Link "The Ring" etabliert wurden und die auch Kim Ji-woons spätere Werke prägen, kommen hier noch nicht wirklich vor.
Zwar wird auch hier viel unterschwellig an Atmosphäre vermittelt, aber die bedrohliche Soundkulisse, die schnellen Schreckmomente und oft surrealen Gruselbilder gibt es eigentlich überhaupt nicht.
"The Quiet Family" erzählt seine Geschichte irgendwie eher ruhig und kühl. Es gibt keine Sogwirkung die den Zuschauer ins Geschehen hineinzieht, sondern man bleibt die ganze Zeit mehr ein distanzierter Beobachter, was wohl auch daran liegt das man die Familie nicht wirklich lieb gewinnt oder sich mit einem ihrer Mitglieder identifizieren möchte.
Eher im Gegenteil scheint der Film uns sogar auf Abstand halten zu wollen. Wenn zu Beginn die ersten potentiellen Gäste zum Hotel kommen, dann wirkt die portraitgerecht versammelte Familie eher abstoßend, denn anziehend. Bei einem solchen Begrüßungskomitee würde auch ich nicht gern in dem Hotel absteigen wollen.
Und dieser Eindruck bleibt dann den ganzen Film über erhalten.
Man beobachtet die Familie mit einer Mischung aus skurrilem Vergnügen und befremdlicher Unverständnis bei ihrem hanebüchenen Tagewerk und fragt sich auf welchen Punkt die Story wohl hinauslaufen wird um all das irgendwie noch zu rechtfertigen und sinnvoll zu einem Abschluss zu bringen.
Wer allerdings kein Neuling auf dem Gebiet des "modernen" asiatischen Horrofilms ist, den wird mitunter schon beim ersten Sehen des Films ein ungutes Gefühl beschleichen das solch Warten auf die große Endauflösung ziemlich vergeben sein könnte. Und tatsächlich geht auch "The Quiet Family" den einfachen Weg des nichts sagenden Filmausklangs.
Ein paar Leichen werden verbrannt, ein Bürgermeister und ein Polizist gehen drauf, auch bei der Familie selbst fallen beim Hobeln einige Späne und zu guter letzt sitzen alle wieder um den gemeinsamen Esstisch, bis es plötzlich an der Türe klopft.
Was? Wie? Wo? Warum? - Wen interessiertes?
Entweder man nimmt das so hin, versucht sich selbst was drauf zusammenzureimen oder wird ziemlich frustriert aus dem Film herausgehen und sich fragen was der ganze Scheiß nun sollte.

So wird auch dieser Beitrag zum Asia-Horror sicher die Gemüter spalten. Fans des Genres könnten erneut jubeln, Kritiker eine weitere Bestätigung ihrer Abneigung gegen fernöstliche Filmerzeugnisse finden.
Ich hab einen eher gespaltenen Eindruck von Kim Ji-woons Erstling. Einerseits ist mir vieles zu undurchdacht und unlogisch, andererseits war der Film aber doch ganz unterhaltsam. Bonuspunkte gibt's zudem für den schrägen Soundtrack zwischen Latin-Rap und Sitcom-Pop der irgendwie toll zum Film passt.
Im Großen und Ganzen würde ich deshalb doch sagen, Endeindruck: Positiv.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Choyonghan kajok
Land:Südkorea
Jahr:1998
Regie:Kim Ji-woon
Medium:DVD (I-On New Media)
Lauflänge:ca. 98 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 7.jpg 7/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 6.jpg 6/10

 Gesamt:

  7/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-674.htm