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City of the Lost Souls
Story

Als seine Freundin abgeschoben werden soll sieht der brasilianische Einwanderer Mario rot, entführt einen Hubschrauber und rettet sie aus dem Polizeibus mit dem sie zu Hafen gebracht werden soll.
Natürlich können die beiden nach diesem spektakulären Coup trotzdem nicht in Japan bleiben, doch um heimlich abzuhauen braucht man Geld und ihre gefälschten Ausweise sind nach einer unangenehmen Begegnung mit den chinesischen Triaden hinüber.
Mit ein paar Freunden überfallen sie deshalb einen Deal zwischen den Triaden und der Yakuza, erbeuten statt des erhofften Geldes allerdings nur einen Koffer voll mit Kokain.
Damit ist nicht mehr nur die Polizei, sondern auch die Mafia hinter ihnen her und Kokain ist auch nicht so einfach zu Geld zu machen.

Meinung

Mit „City of the Lost Souls” liefert Vielfilmer Takashi Miike eine freie Neuinterpretation des sehr guten „True Romance“ (Regie Tony Scott, Drehbuch Quentin Tarantino) und muss sich damit auch am Maß des Vorgängers messen lassen.
Erreichen kann er dieses meiner Meinung nach allerdings bei weitem nicht, denn irgendwie tauscht er all den Drive und die Coolness des Originals gegen seine typischen Skurrilitäten aus die seine Filme einerseits so unverwechselbar und anders machen, andererseits aber verhindern das hier dieses gewisse, geile Tarantino Feeling aufkommt das „True Romance“ auf eine Stufe mit dessen Werken wie „Pulp Fiction“ oder „Reservoir Dogs“ stellt.
Irgendwie überlädt er die Geschichte, die im Original zwar auch umfangreich aber straight erzählt wird, auch etwas mit seinen eigentlich fast unnötigen Gimmicks wie den Hahnenkämpfen und wo „True Romance“ noch unaufhaltsam auf das bombastische Zeitlupen-Shootout-Finale zusteuerte da geht „City of the Lost Souls” irgendwie auf halber Strecke ein bisschen die Luft aus und ich bekomme das Gefühl all die verrückten Begebenheiten und skurrile Charaktere müssen dafür herhalten die Storylängen zu übertünchen.
Nun werden die Miike Kritiker natürlich einwerfen, dass das ja eigentlich bei jedem seiner Filme so wäre, aber hey... gähn... der wird langsam alt Leute.
Fakt ist das es hier jedenfalls, wenn man das Original kennt, negativ auffällt.

Dafür reichert Miike die frei interpretierte Vorlage allerdings um die eine und andere japanische Befindlichkeit an. Das zum Beispiel Einwanderer, selbst wenn sie Kinder japanischer Auswanderer sind, in Japan einen besonders schweren Stand haben dürfte jedem Japaninteressierten ja bekannt sein und jedem Miikefan das selbiger gerade solche Randgruppen und Probleme gerne in seinen Filmen aufgreift und auf ungewöhnliche Art und Weise thematisiert.
So finden wir in dem Chef der Polizisten, der dem typisch deutschen Zuschauer schon unangenehm fremdenfeindlich auffallen und mit dessen Parolen man bei uns höchstens am NPD Stammtisch Punkten dürfte, durchaus einen guten Repräsentanten der japanischen Volksmeinung, dem hier nun also eben all die „bösen Elemente“ gegenüber gestellt werden.
Auch eine lustige Randnotiz ist sicherlich die Anekdote des Triadenchefs über die „östliche Affeninsel“ der die Chinesen ihre Schrift bringen wollten.
Aber keine Bange, freilich wird der olle Frevler vom überlegenen Yakuza am Ende für seine Frechheiten abgestraft.

Rein filmisch gibt’s an „City of the Lost Souls” dann wieder wenig zu meckern.
Miike inszeniert das Ganze gewohnt solide und ist sich wie so oft auch für das ein oder andere kleine Highlight und die ein oder andere mysteriöse Szene nicht zu schade.
Irgendwie hat man dennoch ständig das Gefühl hier keine seiner Herzblut-Arbeiten zu sehen, sondern eher einen der vielen „Zwischendurchstreifen“ die er mal so eben aus dem Handgelenk schüttelt um seinen Schnitt von 4 - 5 Filmen pro Jahr zu halten.

So bleibt mir am Ende das Fazit das man es bei „City of the Lost Souls” sicher mit keinem Highlight in Miikes Vita zu tun hat und das mir persönliche die Vorlage um Längen besser gefällt.
Für Miike Fans ist der Film aber sicher trotzdem keine Enttäuschung und wer auf asiatische Actionfilme steht und das Original nicht kennt, der könnte durchaus mit dieser Version hier heimisch werden und später mal von der Vorlage enttäuscht sein.
Denn seien wir mal ehrlich, oft kommt es doch nur darauf an welche Version eines Filmes man zuerst gesehen hat um diese dann als DIE Version für sich selbst zu finden, an die keine der anderen heran kommt.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

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Bild 7

 Info
Originaltitel:Hyoryu gai
Land:Japan
Jahr:2000
Regie:Takashi Miike
Medium:DVD (I-On New Media)
Lauflänge:ca. 103 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 7.jpg 7/10

Effekte:

 6.jpg 6/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  7/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-693.htm