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Alibaba und die 40 Räuber
Story

Einst überlisteten Alibaba und seine kluge Frau 40 Räuber, stahlen ihnen ihre Schätze und wurden mit ihrem neuen Reichtum zum Herrscher des Landes.
Seit dem sind inzwischen 33 Generationen ins Land gegangen und Alibaba der 33ste muss mit Bestürzung feststellen das vom riesigen Räuberschatz, den sein Vorfahr einst erbeutete, nichts weiter übrig geblieben ist als eine verstaubte alte Öllampe.
Als sein Bediensteter selbige allerdings putzt, erscheint auf einmal ein mächtiger Dschinn der ihm alle Wünsche erfüllen kann, allerdings leider furchtbare Angst vor Katzen hat.
Kurzerhand lässt Alibaba der 33ste, der sich nun wieder im Aufwind sieht, also alle Katzen einfangen und wegsperren, womit er aber den Zorn des kleinen Goro auf sich zieht, den Nachfahren eben jenes Räuberhauptmanns den Alibaba einst den Schatz stahl.
Als Goro dann auch noch erfährt was damals wirklich passiert ist sammeln er und sein Freund 38 Katzen um sich um so die Macht der 40 Räuber wieder auferstehen zu lassen und sich an Alibaba zu rächen.

Meinung

Wenn man einigen Internetquellen glauben schenken darf, dann wurde der 1971 erschienene „Alibaba und die 40 Räuber“ zum 20jährigen Jubiläum des berühmten Animationsstudios Toei produziert. Allerdings sei dazu erwähnt das sich dies weder mit dem Gründungsdatum von Toei selbst (1948) noch dem von Toei Animation (1956) deckt.
Aber wie dem auch sei, unbestreitbar ist das an der Entstehung dieses gut 55minütigen Films so ziemlich alles beteiligt war was Toei damals an namenhaften Animatoren an Board hatte, begonnen von damals schon hoch angesehenen Größen wie Yasuji Mori der schon seit Ende der 40ziger im Animegenre tätig war über Youichi Otabe (Link Panda Kopanda, Link Taro the Dragon Boy) bis hin zu aufstrebenden Talenten wie Hayao Miyazaki.

Hört und ließt man all das, könnte man meinen einem sollte wohl das Wasser im Munde zusammenlaufen ergibt sich die Gelegenheit diese seltenen Klassiker zu Gesicht zu bekommen, und irgendwie tat es mir das ja auch. Im Nachhinein bin ich aber ehrlich gesagt doch so ziemlich in allen belangen enttäuscht worden und kann nicht so recht verstehen wie dieser Film so einen Status erlangen konnte.

Die Storyidee die Rollenverteilung des klassischen Alibaba-Märchens aus 1001 Nacht (ja ja, eigentlich gehört es nicht zu 1001 Nacht, ich weiß) umzudrehen und den Nachfahren die Schmach der 40 Räuber von einst rächen zu lassen hat durchaus etwas für sich.
Auch das die Nachfahren Alibabas das gewonnene Vermögen hemmungslos verpulverten und nun vor dem Bankrott stehen entbehrt nicht einer fast schon tagesaktuellen Ironie.
Doch es krankt hinten und vorn an der Umsetzung des eigentlich brauchbaren Stoffes, so das am Ende nur eine ziemlich schlappe Räuberpistole dabei herauskam.
Die beiden herausragend negativen Punkte sind für mich dabei das man erstens versucht hat den Film möglichst kindgerecht zu gestalten und auf ein recht junges Publikum zuzuschneiden und das man zweitens mindestens genauso bemüht war immer für Action und ein hohes Tempo zu sorgen und bloß nicht in die Verlegenheit einer ruhigen und etwas tiefgründigeren Szene zu kommen. - Kurz gesagt, es gibt kindliche Comicaction am laufenden Band.
Und irgendwie erinnert sie mich noch dazu ständig an klassische amerikanische Cartoons. Ob die oft unförmigen und keinen Wert auf Realismus oder Proportionen legenden Zeichnungen, der sehr einfache Slapstickhumor oder die oft eingesetzten Blechbläser, alles fühlt sich irgendwie nach Disney oder Warner Brothers an, nur nicht halb so gut gelungen.
Alles wirkt auch irgendwie zu bemüht lustig. Ob nun die Figuren mit ihren debil-komischen Gesichtsaudrücken, deren ständiges Schielen ich viel mehr seltsam irritierend als komisch empfinde oder dieses riesen-rosa Dschinnmonster, dass irgendwie aussieht wie ein lebender ranziger Ganzkörperstrampelanzug. Ich weiß nicht ob man mit so was beim jüngeren Publikum gut Punkten kann, aber mich stößt das eher ab.
Da vergeht einem einfach der Spaß am zusehen.
Noch dazu wo der ganze Film in seinem ständigen Wahn nach Action und Tempo irgendwie ungesund gehetzt und auch überfrachtet wirkt. Es fehlen einfach Szenen der Ruhe in denen auch mal ein bisschen Dramatik und Spannungsbogen erzeugt wird.
Die krasse Ausnahme ist da hingegen die Rückblende als die original Geschichte des Alibaba kurz in einer Art von Schattenspiel erzählt wird. Diese kurze Sequenz ist sowohl von Inhalt, Inszenierung als auch Optik ein kompletter Bruch mit dem sonst eher billig wirkendem Rest des Films und eigentlich wirklich gut gelungen.
Das macht es aber leider nur noch trauriger, dass es danach mit dem gleichen Klamauk weitergeht wie zuvor.
Ach hab ich eigentlich schon erwähnt dass natürlich auch die Disney typische Musiknummer, hier in Form einer scheinbaren „West Side Story“ Parodie, natürlich nicht fehlen darf?

Aber genug zum Inhalt, noch ein paar abschließende Worte zur Optik.
Wie schon gesagt kann ich mit dem Zeichenstil der hier benutzt wird nicht wirklich was anfangen. Alles wirkt irgendwie billig und geschmiert und entspricht nun so überhaupt nicht meinem ästhetischen empfinden.
Traurig das auch die Animationen, trotz so vieler großer Namen, eigentlich nicht wirklich herausragend sind.
Sicher für 1971 auch nicht schlecht, aber auch hier hatte ich mir nach all den Vorschusslorbeeren deutlich mehr erwartet und bestimmt kein Szenenrecycling.

Überhaupt, wenn ich mir überleg das ein fähiger Mann wie Isao Takahata für eine gute Leistung wie Link „Horus“ bei Toei seinen Hut nehmen musste und das hier dann der „Grand Film“ zum 20jährigen sein soll (falls es denn wirklich stimmt) dann kann ich rückblickend nur meinen Kopf schütteln.
Selbst der gleichaltrige Link „Animal Treasure Island“ war da besser.

Klar ist „Alibaba und die 40 Räuber“ allein schon wegen den großen Namen im Staff und seinem Alter der Status eines Klassikers nicht zu nehmen und ich will auch nicht leugnen das der Film so einige Fans hat und vielleicht tatsächlich jüngere Zuschauer auch voll anspricht, ABER mir persönlich hat er einfach nicht gefallen, sondern war eine Enttäuschung, leider.

Screenshots

Bild 1

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 Info
Originaltitel:Ari-Baba to yonjûppiki no tôzoku
Lauflänge:ca. 55 Minuten
Freigabe:FSK ab 6 Jahren
Jahr:1971
Regie:Hiroshi Shidara
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 5.jpg 5/10

Sound:

 6.jpg 6/10

Story:

 4.jpg 4/10

 Gesamt:

  5/10

Aufrufe: 7214
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-700.htm