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Avalon
Story

Die Zukunft ist düster und schmutzig.
Armut und Elend herrschen vor und im Untergrund flüchten sich viele Menschen in ein illegales Onlinespiel namens „Avalon“, bei dem sie, wenn sie gut sind, wenigstens ein paar Scheine verdienen können.
Auch die junge Ash ist ein von ihnen, und ein von den besten.
Doch ein spezielles Level in Avalon hat auch sie noch nie erreicht, das Geheimnis umwobene Special Class A Level.
Ihr Freund Murphy hat es dorthin geschafft, doch vegetiert er seit dem im Wachkoma vor sich hin und Gerüchte halber soll er nicht der einzige sein dem es so erging.
Für Ash nur ein Grund mehr herauszufinden was sich hinter Special Class A verbirgt.

Meinung

Mit „Avalon“ legt Regisseur Mamoru Oshii, den die meisten hierzulande wohl eher für seine Animeproduktionen kennen, einen weiteren Film über sein Lieblingsthema virtuelle Realität und künstliche Intelligenz vor.
Das dabei immer wieder Vergleiche zum, 2 Jahre zuvor erschienenen, „Matrix“ gezogen werden lässt sich wohl nicht vermeiden (zumal selbst die DVD Auswertung diesen aufdrängt), hier allerdings irgendwelchen Ideenklau vorzuwerfen zeugt wohl eher von ziemlicher Unkenntnis, war die Matrix ihrerseits doch selbst maßgeblich vom „Ghost in the Shell“-Universum mit beeinflusst, was ja wiederum eines von Oshiis Dauerprojekten ist.
Tatsache ist aber auch, das beide Filme sich natürlich schon ungefähr ums selbe drehen, nur das in dem einen die Menschen aus der „besseren“ aber künstlichen Welt ausbrechen, während sie bei dem anderen versuchen eben in diese hineinzukommen.
Dabei bedient sich „Avalon“ vieler Elemente die man schon hinreichend aus anderen Oshii Filmen kennen dürfte, angefangen bei direkten Sachen wie den Zitaten und dem Hund, bis hin zu Stimmungselementen wie trüben Straßenschluchten und einer generell sehr heruntergekommen, dreckigen Zukunftswelt, in der die Hightech-Geräte reichlich deplaziert wirken.
Ungewohnt dürfte hingen auf den ersten Blick das Ensemble wirken, ging man doch zur Schonung der Produktionskosten mit diesem Projekt nach Polen, wo dann auch sämtliches Militärgerät kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, und besetzte so auch alle Rollen mit polnischen (westlichen) Schauspielern. Wären nicht äußerst kurioser Weise die Bücher die Ash in einer Szene kauft trotzdem japanisch bedruckt, man könnte fast übersehen es hier mit einem japanischen Film zu tun zu haben.

Aber kommen wir zum Film an sich.
Wie gewohnt lässt es Oshii eher ruhig an gehen, widmet sich gern langen Einstellungen der Stadt oder eine Raumes, einfach um uns in diese düstere Zukunftswelt eintauchen zu lassen, und streut nur vereinzelt mal eine Actionsequenz ein, die hier allerdings leider auch oft etwas an Rasanz vermissen lässt.
Geduld und ein gewisses „Einfühlungsvermögen“ für den Film ist also angebracht, will man nicht schon nach 40 Minuten immer öfter zur Uhr schielen, denn auch auf der Metaebene gibt sich „Avalon“ selbst für Oshii Verhältnisse recht sperrig und macht irgendwie den Eindruck als würde er sich mit der Zeit immer mehr in sich selbst verlieren.
Oshiis Filme haben ja immer diese zwei ebenen, die der eigentlichen Geschichte und die der philosophischen Betrachtungen, die gern auch in minutenlangen Dialogszenen von den Charakteren angestoßen werden. Für viele waren das ja schon immer überflüssige Unterbrechungen die die Filme unnötig entschleuningen, für andere (mich eingeschlossen) machte aber gerade das den Reiz an Oshiis Werken aus.
Bei „Avalon“ nun führt aber auch für mich als alten Fanboy kein Weg daran vorbei mehr oder weniger unwillig einzuräumen das der Film irgendwann irgendwie ein bisschen den Faden verliert und sich zwischen Fragen nach ‚was ist jetzt wirklich’, kleinen Geistermädchen, der Avalon-Sage und dem verschwindenden Hund die eigentlich Geschichte immer unglaubwürdiger vorwärts bewegt, mit auftauchenden Bischöfen und neune Programmieren, Bugusing und verschollenen Ghost und irgendwie zitiert sich Oshii nur noch selbst und setzt seinen geliebten Hund auf dutzende Poster und ins Auto und man wird das Gefühl nicht los das es hier nicht mehr um Interpretation und Symbolismus geht, sondern nur noch darum den blöden Köter mit Gewalt ins Bild zu kriegen.
Und was soll die Clipshow-Wiederholung der bisher gezeigten Szenen mit dem untergelegten Avalon-Song? Soll das so eine Art Zeitsprung sein der uns zeigt das Ash immer dasselbe macht, Tag für Tag?

Nun will ich auch nicht so unfair sein und verschweigen, das „Avalon“ trotzdem gute Ansätze und auch viele schöne Szenen hat. Besonders am Anfang in der heruntergekommen Zukunft mit ihren weich gezeichneten, farbgefilterten Bildern voll lethargischer Menschen. Schon schön entmutigend.
Aber das ganze kann sich halt einfach nicht zu einem kohärenten Film zusammensetzen und deshalb bleibt bei mir am Ende doch ein etwas enttäuschtes Gefühl zurück. Ich bin zugegeben mit hohen Erwartungen an den Film herangegangen und die wurden absolut nicht erfüllt.
So bleibt ein eher unbefriedigendes Gefühl nach Avalon, Oshii Fan wie ich werden aber sicher trotzdem zugreifen wollen, allein schon der Vollständigkeit halber.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

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Bild 8

 Info
Originaltitel:Avalon
Land:Japan, Polen
Jahr:2001
Regie:Mamoru Oshii
Medium:DVD (Kinowelt)
Lauflänge:ca. 102 Minuten
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 5.jpg 5/10

 Gesamt:

  6/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-760.htm