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Battle Royale
Story

Japan in einer nicht so fernen Zukunft.
Das Land ist ein streng isolierter Militärstaat und nennt sich nun die „Große Ostasiatische Republik“. Seine Bürger werden streng kontrolliert und aufrührerisches Gedankengut nicht toleriert. Selbst vor den Schülern des Landes macht die Regierung nicht halt und schickt jedes Jahr eine zufällig ausgewählte Klasse ins sogenannte „Programm“. Ein Spiel auf Leben und Tod, bei dem die Schüler mit unterschiedlichen Waffen ausgestattet auf einer menschenleeren Insel ausgesetzt werden und dort solange gegeneinander Kämpfen müssen bis nur noch einer am Leben ist.
So landet auch Shuya Nanahara mit seinen Klassenkammerdan in jenem Programm und während er versucht seine Freundin Noriko irgendwie zu beschützen und einen Ausweg aus dem Spiel zu finden, tobt unter den anderen die tödliche Schlacht und der Wettlauf gegen die Uhr, denn wenn das Spiel zu lange dauert, dann explodieren die Halsbänder der Schüler und alle müssen sterben.

Meinung

Basierend auf dem Erfolgsroman von Koshun Takami und im gleichen Jahr wie der Link skandalträchtige Film von Regiealtmeister Kinji Fukasaku, erschien in Zusammenarbeit mit dem Zeichner Masayuki Taguchi auch diese Manga Adaption des grausamen Schülerkampfes und erzählt ein weiteres mal die Geschichte von Shuya Nanahara und seinen Klassenkammeraden.
Verglichen mit dem hervorragenden Film ist der Manga dabei um einiges umfangreicher und hält sich damit vermutlich näher am ursprünglichen Roman auf, so das zwar die Grundlegenden Ereignisse mit denen des Films übereinstimmen, doch im Detail viele kleine Abweichungen auffallen und vieles umfangreicher geschildert und Charaktere mit mehr Hintergrundinformationen versehen werden. (wie man es auch im vorzuziehenden Directors Cut des Films bereits erfolgreich versucht hat)
Damit gewinnt die Geschichte noch einmal einiges an Tiefgang und auch Emotionalität und macht auch so manchen Zusammenhang im Film besser verständlich, genauere Hintergrundinformationen über die politische Lage an sich im Militärstaat und über die Entstehung und genaueren Sinn des Programms sucht man allerdings auch hier eher vergeblich, womit sich auch der Manga auf gleiche Weise angreifbar macht wie es schon der Film tat, nämlich den brutalen Kampf der Jugendlichen als Hauptanliegen in den Vordergrund zu stellen und jegliche sozialkritischen oder satirischen Töne lediglich als Alibi anklingen zu lassen.
Diese Blöße ist einerseits unbestreitbar vorhanden, andererseits kann ich mich den genannten Schlussfolgerungen auch diese mal nicht anschließen, zwar ist auch im Manga die Gewalt recht freizügig und direkt in ihrer Darstellungen, aber auch hier ist dem Autor sichtbar daran gelegen dem Leser die Figuren näher zu bringen und ihren Kampf mit einer persönlichen Geschichte zu verknüpfen, die ihr Verhalten in dieser Extremsituation erklärt und auch aufzuzeigen wie der gesellschaftliche Umgang mit ihnen die Jugendlichen geformt hat und wie ihre Handlungen auf der Insel ein Resultat ihres bisherigen Umfeldes sind.
Das ist hier (wie im Film) einerseits sehr interessant und auch gut gelungen, andererseits bedient sich der Manga hier einer furchtbar aufdringlichen Bildsprache in der es der Zeichner über Gebühr darauf anlegt den Charakter der jeweiligen Figur auch in ihrem Aussehen zu spiegeln, dass es mir zum Teil wirklich auf die Nerven fällt.
Der böse und oder schwache Schüler sind möglichst unansehnlich gezeichnet, die guten Helden hingegen möglichst hübsch und edel und mit großen Strahleaugen, es ist so klischeehaft und übertrieben, man könnte es fast für eine Satire halten wenn es dem Zeichner nicht sichtbar ernst damit wäre. Statt dem stoischen Stoneface von Takeshi Kitano aus dem Film, der mit seiner Ruhe dem Bösen eine gespenstische Note gab, bekommen wir hier einen hässlichen Klops von Lehrer mit Wurstlippen vorgesetzt, dass man sich schon beim ersten Panel vor ihm ekelt, und so zieht sich das durch den ganzen Manga, dass man sich bald für dumm verkauft vorkommen muss oder warum glaubt der Zeichner einen mit solch plakativen platten Darstellungen emotional an der Nase herumführen zu können?

So leidet die gute Geschichte und der sonst eigentlich recht ordentliche Stil der Zeichnungen beständig unter den Charakterdesigns, was letztendlich, trotz einem sehr angenehmen mehr an Storyumfang und- tiefe, dazu führt das Battle Royale der Manga nicht mit Battle Royale dem Film mithalten kann. Schade eigentlich, ich werd mich als nächstes wohl doch endlich mal dem Roman zuwenden müssen.

Cover

Bild 1

Bild 2

 Info
Verlag:Tokyopop
Zeichnung & Story:Koshun Takami, Masayuki Taguchi
Jahr:2000

 Bewertung

Grafik:

 6.jpg 6/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  7/10

Aufrufe: 4474
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-785.htm