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The Hidden Blade
Story

Japan zum Ende des 19ten Jahrhunderts.
Nach langer Stabilität, aber auch strenger Isolation nach außen, beginnen sich im Land unaufhaltsam tiefgreifende Veränderungen anzubahnen.
Auch Munezo Katagiri, ein Samurai niedrigen Ranges in einer abgelegen Provinz, bekommt dies zu spüren als neuartige Feuerwaffen und militärischer Drill nach europäischem Vorbild mehr und mehr im japanischen Kriegerwesen Einzug halten.
Zwar gibt er sich, entgegen vielen seiner Kammeraden, diesen Neuerungen gegenüber sogar recht aufgeschlossen, wirklich einfinden kann er sich aber dennoch nicht.
Indes hat er auch im heimischen Haus so seine Probleme.
Seit seine Frau starb und sowohl seine Schwester als auch seine Haushälterin in neue Familien eingeheiratet haben, ist er recht allein und sieht sich dem Drängen seiner Bekannten nach einer neuen Heirat ausgesetzt.
Munezo aber liebt eigentlich schon seit langem Kie, seine ehemalige Haushälterin, konnte ihr dies aber auf Grund des Standesunterschieds zwischen beiden nie gestehen.
Umso härter trifft es ihn als er erfährt in welch schlechten Verhältnissen sie in ihrer Ehe leben muss und wie schlecht es ihr inzwischen geht. Hals über Kopf holt er sie auf eigene Faust und gegen jede gute Sitte wieder zu sich ins Haus und zieht so die Verachtung der Leute auf sich.
Und als wäre dies noch nicht problematisch genug so muss er auch noch erfahren das ein alter Freund von ihm in der Hauptstadt als Rädelsführer einer Revolutionsgruppe verhaftet und heimlich in die Provinz zurückgeschafft und eingekerkert wurde.
Nun gerät auch Munezo, der eh schon in einem schlechten Licht steht, ins Visier des Untersuchungsbeamten und wird schließlich von seinem Fürsten vor eine schwere Aufgabe gestellt.

Meinung

Mit "The Hidden Blade" inszeniert Regisseur Yôji Yamada zwei Jahre nach "Samurai der Dämmerung" eine weitere Geschichte rund um Japan in der Zeit der kurz vor der Meiji-Restauration und um einen einfachen Samurai im Wandel zwischen alter Tradition und neuer Ordnung.
Es ist erstaunlich wie viele Gemeinsamkeiten die beiden Filme dabei tatsächlich haben, das beginnt bei selber Zeit und Verhältnissen in der sie spielen, ähnlichen Charakterzeichnungen und -konstellationen und geht tatsächlich bis zu Szenen die sich fast 1zu1 gleichen.
Wieder steht im Zentrum ein einfacher, ehrlicher und aufrichtiger Samurai der in eher ärmlichen Verhältnissen lebt und eine heimliche Liebe hegt zu einer Frau, zu der ihm die Traditionen den Weg versperren.
Auch das Motiv des letzten Duells auf Leben und Tod bildet wieder den Höhepunkt des Films und erneut eine Art Entscheidungsmoment für die Hauptfigur, sollte er überleben endlich dem Ruf seines Herzens nachzugeben.
Noch deutlicher zeichnet Yamada dieses Mal aber den Wandel der Gesellschaft allgemein und die enormen Schwierigkeiten der alten Samurai sich darauf anzupassen nach.
Hier bildet der in die Provinz geschickte Militärausbilder den komischen Aufhänger des Films, wenn er versucht den alten Herrschaften neuartige Feuerwaffen oder modernen militärischen Drill nahe zu bringen. Es ist das tragisch komische in diesen Szenen das die neuartigen Moden zwar immer wieder der Lächerlichkeit preisgegeben werden (wenn die Kanone über den Sandberg fliegt oder der Ausbilder in seinem modernen Anzug auf den Hintern fällt), am Ende aber trotz allem ihre Überlegenheit über die 100te Jahre lang gepflegten Samuraitraditionen beweist, anschaulich auf den Punkt gebracht in einem kleinen Wettrennen zwischen dem genervten Ausbilder und einem der Samurai.
Da können die alten noch so schimpfen über die Ehrlosigkeit der neuen Kriegsführung und noch so schwärmen von den guten alten Zeiten als man sich auf dem Schlachtfeld Mann gegen Mann im Duell gegenüberstand, gegen die neuen Methoden nützen alte Traditionen nichts.
Und so dreht sich auch dieses Mal alles um eine innere Zerrissenheit der Figuren, die gefangen sind zwischen ihren persönlichen Träumen und Hoffnungen und dem oftmals engem Korsett das ihnen die alten Traditionen, die sie tief verehren, aufzwingt.
In seiner Lösung ist der Film dabei allerdings ein ganzes Stück radikaler als sein Vorgänger.
Diese Mal rechnet unser Held am Ende ab mit denen die er für Ehrlos und verkommen hält.
Wo zuvor bis zum Schluss doch die Pflicht gesiegt hat, gelingt nun der Befreiungsschlag.
Am Ende bricht die Hauptfigur mit allen Konventionen, bricht aus aus dem engen Gefängnis seines Standes und bricht auf in ein neues Leben mit der Liebe an seiner Seite.

Stellt sich am Ende nur noch die Frage:
Lohnt sich dafür ein weiterer Film?
Brauch ich "The Hidden Blade" wenn ich schon "Samurai der Dämmerung" gesehen habe?

Nun an sich gibt es an dem Film erst einmal nichts auszusetzten.
Erneut wird die Geschichte in schönen Bildern erzählt und stimmungsvoll inszeniert. Yamada gelingt es erneut gut in seiner ruhigen Art der Inszenierung eine gewisse gelassene Stimmung zu erzeugen die die innere (durch Zen geprägte) Haltung des Samurai transportiert. Zudem gelingt ihm eine Darstellung der Lebensverhältnisse der niedrigen Samuraiklassen wie sie wohl selten authentischer im Kino zu sehen war.
Aber dennoch, ich komm nicht umhin zu sagen das ich doch ein kleines bisschen enttäuscht von dem Film bin. Die Ähnlichkeiten zu seinem Vorgänger sind einfach zu groß.
Auch wenn es an sich ein guter Film ist, es macht keinen rechten Spaß wenn man ständig das Gefühl hat ‚das kenn ich doch‘, ‚das hab ich doch schon einmal gesehen‘.
Es gelingt Yamada am Ende nicht wirklich seinem Thema in dieser neuen Aufarbeitung auch neue Aspekte abzugewinnen. Vielmehr wiederholt er nur noch einmal all das was er uns schon vor zwei Jahren so schön erzählt hat.
Wer den Vorgänger gar nicht kennt, wird sich daran kaum stören können. Aber der Rest wird sich vielleicht zu Recht fragen: Hat sich das wirklich gelohnt?

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Kakushi ken oni no tsume
Land:Japan
Jahr:2004
Regie:Yôji Yamada
Medium:DVD (3L / e-m-s)
Lauflänge:ca. 132 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  7/10

Aufrufe: 4118
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-919.htm