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Der Mann mit der Todeskralle
Story

In einem abgelegenen Shaolin Tempel lebt der junge Meister Lee ein bescheidenes Leben, gewidmet der heiligen Kampfkunst. Doch eines Tages wird er von den Behörden und dem obersten Tempelmeister auf eine gefährliche Mission geschickt.
Han, einst selbst Meister des Tempels und inzwischen zu einem mächtigen Gangsterboss aufgestiegen, veranstaltet eines seiner berüchtigten Kampfturniere und Lee, der dazu eingeladen wurde, soll hin und heimlich Hans Insel auskundschaften um Beweise für die Polizei zu finden. Die vermuten nämlich das Han neben Drogen auch mit jungen Mädchen handelt.
Doch Lee hat außerdem noch ganz eigene Motive, offenbart ihm sein Vater kurz vor seiner Abreise das einer von Hans Leibwächtern für den Tod seiner Schwester verantwortlich sei.
Aber nicht nur Lee reist mit ganz eigenen Motiven zu diesem Turnier, auch die beiden Amerikaner Roper, ein verschuldeter Playboy, und Williams, ein schwarzer Bürgerrechtler der Probleme mit der Polizei hat, haben es auf das Preisgeld abgesehen und außerdem wird auf der Insel noch eine Undercover Polizistin vermisst, die bereits vor einiger Zeit versuchte Hans Organisation zu infiltrieren.

Meinung

„Der Mann mit der Todeskralle“, oder „Enter the Dragon“ wie er im Original heißt, ist sicherlich Bruce Lees berühmtester Film, leider aber auch sein letzter der vor seinem frühen Tod fertig gedreht wurde.
Auch deshalb ist er inzwischen längst ein absolutes Kultobjekt und für viele Fans eigentlich über jede Kritik erhaben. Nichts desto trotz muss man, wenn man ihn mit halbwegs nüchternen Augen betrachtet zugeben das er rein als Film sicherlich nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist.
Die Geschichte, die sich erst einmal viel Zeit nimmt um die drei wichtigen Figuren und ihre Motivation in Rückblenden vorzustellen, ist doch ziemlich dünn und dürftig. Darf Lee in der Anfangszeit noch etwas Kampfkunst-Philosophie verbreiten in dem er z. B. einen Schüler unterrichtet oder einen allzu aggressiven Kämpfer auf dem Boot zur Insel eine kleine Lektion erteilt (hier wird eine berühmte Kampfkunst Geschichte aufgegriffen), so hat er mit Ankunft bei Han eigentlich nur noch zwei Dinge zu tun, einerseits natürlich Kämpfen, andererseits sich als ziemlich mieser Spion zu versuchen.
Letzteres geht dann eigentlich auch ständig schief und führt zu noch mehr kämpfen, in denen Bruce mitunter auch recht brutal vorgeht und einen kompromisslosen, harten Stil pflegt.
Leider sind die meisten Kämpfe für meinen Geschmack nicht gerade besonders schön. Das liegt nun weniger an Bruce, der unbestreitbar einiges auf dem Kasten hat, sondern viel mehr daran das es ihm einfach an ebenbürtigen Gegnern fehlt. Locker haut er alles weg ohne jemals so wirklich in Gefahr zu geraten. Selbst der dramatische Fight gegen den Mörder seiner Schwester gewinnt er mühelos, und wenn Han ihm am Ende mit seiner Todeskralle einen Hieb nach dem anderen verpasst steckt Bruce das einfach so weg. Da fehlt einfach irgendwie die Dramatik.
Ein weiterer Punkt ist die allgemeine Inszenierung der Kämpfe. Als verwöhnter Jackie Chan Fan (der hier übrigens auch mehrmals als Stuntman zu sehen ist) ist man lange Einstellungen mit grandios choreografierten Schlagabtauschen gewöhnt. Hier gibt’s hingegen allzu arg zusammengeschnittene Kampf-Torsos in denen man leider immer wieder das Gefühl hat das der Schnitt mit viel Mühe das kämpferische Unvermögen der Darsteller ausbügeln musste.
So bieten mir die Kämpfe zu oft nicht das was ich erwartet hatte, aber auf was soll ich mich sonst stürzen? Der Film hat sonst ganz einfach nichts.
Wie gesagt, mit der interessanten philosophischen Seite ist es nach der ersten Hälfte vorbei, danach kommen billige, nächtliche Zwischenspiele der Nebenhelden und Bruce unbeholfene Geheimaktionen. Die verschollene Agentin hat eigentlich gar nix zu tun außer Bruce ein Alibi zu verschaffen und ganz am Ende die Käfige der entführten Slum-Bewohner aufzuschließen, die dann, und das ist symptomatisch für den Film, trotz kurz zuvor noch zur Schau gestellten Apathie, mal locker Hans versammelte Karate-Truppen vermöbeln.

Ja, was soll man da noch groß sagen. Eigentlich müsste man „Enter the Dragon“ rundheraus mit einer schlechten Bewertung abwatschen, einfach weil es eben kein wirklich guter Film ist. Aber dann ist da eben auch noch dieser Bruce Lee. Diese Kultfigur der man sich nicht wirklich entziehen kann und die es schafft einen auch über den miesesten Plot und die blödesten Szenen doch irgendwie mitzureißen und die ganz allein den Film trägt und überhaupt erst anschaubar macht.
Deshalb am Ende trotz allem milde 6 Punkte, 2 für den Film und 4 für Bruce.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Enter the Dragon
Land:Hongkong, USA
Jahr:1973
Regie:Robert Clouse
Medium:DVD (Warner Home Video)
Lauflänge:ca. 98 Minuten
Freigabe:FSK ab 18 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 6.jpg 6/10

Effekte:

 5.jpg 5/10

Sound:

 6.jpg 6/10

Story:

 3.jpg 3/10

 Gesamt:

  6/10

Aufrufe: 4211
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-942.htm