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Hagakure - The Code of the Samurai
Story

Der junge Samurai Tashiro Tsuramoto kommt zu dem alten Zen-Priester und ehemaligen Samurai Tsunetomo Yamamoto um sich von ihm über die alten Traditionen der Samurai unterrichten zu lassen und hört viele Geschichten und Anekdoten die ihm das wahre Wesen des Samurai verdeutlichen sollen.

Meinung

Das „Hagakure“, geschrieben wohl zu Beginn des 18Jh. ist heute neben dem „Buch der 5 Ringe“ das bekannteste literarische Werk das der ehemaligen japanischen Kriegerkaste der Samurai zuzurechnen ist.
Sein Schöpfer Tsunetomo Yamamoto, der nach langem Dienst als Samurai und nach dem Tod seines Herrn zum Zen-Priester geworden war, lebte zu einer Zeit einer langen Friedensepoche unter der Herrschaft des Tokugawa Clans, einer Zeit in der die meisten Samurai weniger Krieger als viel mehr Beamte waren und ihre „Kämpfe“ nicht mehr auf dem Schlachtfeld, sondern in Amtsstuben austrugen.
Damit einher ging wohl auch eine Verwässerung des einst strengen Ehrenkodex der elitären Kriegerkaste. Oder zumindest wurde es von einigen konservativen Samurai so gesehen, die sich dementsprechend um die Bewahrung des alten Erbes bemühten.
Tsunetomo war einer von diesen und so fasste er in seinem „Hagakure“ nicht nur alles zusammen was er über die Geschichte seines eigenen Clans wusste, sondern auch alles was seiner Meinung nach einen echten, ehrenhaften Samurai ausmacht, damit die jungen Samurai seines Clans es als Vorlage und Vorbild nehmen und lesen sollten.
Um seine Lektionen dabei zu untermalen bediente er sich vielen Anekdoten über Vorfälle und Geschehnisse, sowohl aus seinem als auch aus anderen Clans, die seine Ansichten untermauern sollten.

Soviel fürs Erste zum Hagakure allgemein.
Im Westen gibt es wenig vollständige Fassungen dieses immerhin 11 Bände umfassenden Werkes, meist werden nur ausgewählte Geschichten zu bestimmten Themenbereichen zusammengefasst und in einem einzelnen Band veröffentlicht.
Dieser Form bedient sich nun auch dieser Manga, zusammengestellt von Sean Micheal Wilson (einem Schotten, der aber inzwischen als Autor in Japan lebt). Wilson hatte bereits seit 1975 damit begonnen Auszüge aus dem Hagakure ins englische zu übersetzen und sie schließlich in einem Band veröffentlicht. Nun hat er wiederum einige Geschichten daraus zusammengestellt und sie mit Hilde der japanischen Zeichnerin Chie Kutsuwada in diesen Manga adaptiert.
Dabei behandelt er speziell die fünf Themen „Weg des Samurai“, Loyalität, Rache, Seppuku und Aufrichtigkeit, indem er jeweils mit einer Hand voll Anekdoten erzählt wie ein echter Samurai selbige lebt.

An der Umsetzung an sich gibt es dabei eigentlich wenig zu meckern. Die Zeichnungen sind durchweg zweckmäßig und gut gelungen und die Geschichten sind auch in ihrer Bildform gut auf den Punkt gebracht. Allerdings muss ich sagen dass mir das Hagakure noch nie wirklich gut gefallen hat.
Es ist ja nun ein hochgelobtes Buch, besonders in Kampfkunstkeisen, und hat durch einige westliche Künstler zusätzliche Ehrung erfahren, so dass auch ich es schon bald nach dem Beginn meines eigenen Kampfkunst-Trainings das erste Mal gelesen habe. Aber es war eine enttäuschende Erfahrung.
Was Tsunetomo über die Samurai und über Bushido usw. erzählt ist seine Sicht der Dinge und ich muss sagen es deckt sich oftmals nicht mit meinem Verständnis davon. Auch bei den Geschichten in diesem Manga, wenn es um Mord an untreuen Ehefrauen oder Kinder die Hunde und Gefangene Köpfen müssen geht, wird mir wieder klar das ich Tsunetomos Meinungen nicht teile.
Sie sind vielleicht unter historischen Gesichtspunkten interessant, aber als Ratgeber fürs eigene Leben...?
Umso erstaunlicher wie sie aber genau dafür immer wieder benutzt werden. Es gibt etliche Versionen mit Anmerkungen für angehende Manager u. ä. in denen man versucht die „Lehren des Hagakure“ in die moderne Zeit zu übertragen, was nicht selten nur damit gelingt das sie derart umgebogen werden das sie kaum noch etwas mit der Intention des Originals gemein haben. Oder man bezieht sich nur auf ausgesuchte Passagen oder sie werden entsprechend fragwürdig adaptiert was dann wohl darin gipfeln soll das man sich heute statt für seinen Herrn für seine Firma bedingungslos aufzuopfern hat.

Aber um nicht allzu weit abzuschweifen, handwerklich ist „Hagakure“ der Manga tadellos, inhaltlich für mich immer noch genauso ernüchternd und fragwürdig wie die Buchvariante und allenfalls historisch interessant.

Cover

Bild 1

 Info
Verlag:Kodansha International
Zeichnung & Story:Sean Michael Wilson, Cie Kutsuwada
Jahr:2010

 Bewertung

Grafik:

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Story:

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 Gesamt:

  6/10

Aufrufe: 3352
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-991.htm