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Human Zoo
Ein "Menschen-Zoo" ist es in den uns Yoji Kuri gern mitnehmen möchte. Zwei Minuten lang führt er uns an immer wiederkehrenden Szenarien von eingesperrten Männern vorbei, die entweder allein oder unter einer dominierenden Frau ein "Gedicht" aus Gebell und Geschrei anstimmen.
Was wollen uns diese sehr simpel gehaltenen Zeichnungen sagen?
Das Tier Mann steht unter der Fuchtel der Frau? Ist degeneriert zum Amazonen-Haustier? Man weiß es nicht, vielleicht dreht sich am Ende auch alles wiedermal um Sex?
Wie so oft entzieht sich die Kunst einer einfachen Deutung und schwimmt in schwer zu durchdringenden "man kann es so, aber auch so sehen"-Gewässern. Die Juroren bei den Filmfestspielen in Venedig hat es 1962 jedenfalls genug beindruckt um Bronze zu vergeben.
Für mich bleiben neben allen möglichen Deutungsversuchen und daraus ergebender möglicher höherer Moral vor allem rätselhafte Minuten voller einfachster Zeichnu ... (weiter)
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Love
Nur ein Jahr nach seinem Human Zoo schlägt Yoji Kuri noch einmal in die selbe Kerbe und lässt erneut den Mann unter dem Joch der Frau leiden.
Versucht der Gatte zu Begin noch seiner Holden zu entfliehen, so sind seine Bemühungen am Ende doch nutzlos und er endet immer wieder in ihren Armen, wird von ihr an die Kette gelegt, verschluckt und wieder ausgeschieden, bis er nur noch wie ein braver Schoßhund sein "ai" (Liebe) bellen kann.
Der Mann, geboren die Hosen anzuhaben, also als Gefangener in einer emanzipierten Beziehung, gezähmt von der Frau, degradiert zum Haustier. Was im Zoo noch verschieden deutbar erschien, scheint hier nicht mehr von der Hand zu weisen.
Grafisch bleibt aber alles beim alten. Zwar gibt es etwas mehr "Hintergründe", aber der simple Zeichenstil und die einfachsten Animationen bestimmen weiterhin das Aussehen, das sich dem Zweck, der Botschaft, völlig unterzuordnen hat.
So gilt auch hier wieder einmal, ... (weiter)
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